Rasscbeschreibung

 

 Der Catahoula wie ich ihn kenne:

 

Wenn man sich die Rassebeschreibung, die man in Google so findet, durchliest, dann schreckt man mal sofort zurück und denkt, was das wohl für ein anstrengender Hund ist.

 

Ich persönlich finde die Catahoulas sehr interessant, da sie  vielseitig und sehr liebevolle Hunde sind. Natürlich kommt es darauf an, wie die Aufzucht und der Charakter der Elterntiere war bzw. ist. Hündinnen sind im Allgemeinen einfacher als Rüden, nicht territorial, kommen leichter zur Ruhe, brauchen dennoch ihren Auslauf

und hin und wieder auch Beschäftigung. 

Ich nehme meine angeleint zum Ausreiten mit und mache mit ihnen Suchspiele.

Wenn man sich überlegt, einen Catahoula ins Haus zu holen, dann kommen einige Aufgaben auf einen zu, die ich nur empfehlen kann.

Da Catahoulas sehr stur und eigensinnig sein können, fordern sie einen manchmal 

heraus was die Konsequenz betrifft. 

Das Alleinebleiben

Das Alleinebleiben ist für keinen Hund einfach, da es Rudeltiere sind und sich im Rudel sicher und geborgen fühlen. Trotzdem muss er es lernen, denn nicht jeder kann seinen Hund überall hin mitnehmen. Ich mache dies mit einer Hundebox, diese muss natürlich so groß sein, das der Hund sich ausgestreckt reinlegen und aufrecht sitzen kann. Diese Box wird zentral platziert, sodass  der Hund so viel Übersicht wie möglich hat. Meistens ist es zum Beispiel das Wohnzimmer. Die Box sollte immer für den Hund frei zugänglich sein, damit er sich jederzeit dorthin zurückziehen kann. Hat er erstmal herausgefunden, dass er da seinen Frieden hat,egal ob zum Beispiel gerade Besuch da ist vielleicht auch noch mit kleineren Kindern die eventuell laut sind, geht er da auch von alleine rein und genießt seinen Rückzugsort. Der Rest  ganz einfach. Der Hund sieht das nicht als Stresssituation wenn mal ein anderer Hund zu Besuch kommt mit dem er auf einmal nicht mehr klar kommt und er da rein muss. Auch im Krankheitsfall ist es von Vorteil wenn er in  die Box gerne hinein geht. 

 

Der Rückruf

 

Der Rückruf...nun ja...der Catahoula ist ein Jagd-u.-Treibhund und somit auch mit all diesen Instinkten ausgestattet. Bei einem funktioniert er super, beim anderen gar nicht. Heute lässt er sich ganz toll vom Reh abrufen am nächsten Tag geht er für drei Stunden alleine seine Runde spazieren. Das ist typisch für ihn, denn Catahoula haben ihren eigenen Kopf, das hat sie als Treibhunde immer unattraktiver gemacht, da sie sich in der Entfernung schlecht lenken lassen. Die Bindung zum Hundeführer muss natürlich stark sein, dann ist es auch etwas einfacher aber nicht immer zuverlässig ! 

Ich persönlich habe meine Hunde immer an der Leine da sie es im Rudel noch lustiger finden einem Wildtier nachzujagen. Einen Catahoula alleine hab ich schon mal frei mitlaufen, da funktioniert es auch ganz gut. 

Also mit ein wenig Training und einer guten Bindung zum Hund sollte es ganz gut in den Griff bekommen zu sein.

 

Rüde oder Hündin

 

Rüden melden alles was sich um das Haus bewegt, sind aber keine Dauerkläffer. 

Rüden empfehle ich immer zwischen 12 und 18 Monaten kastrieren zulassen (je nach Charakter), dann sind sie um einiges einfacher zu händeln. Auch das territoriale Verhalten, entwickelt sich nicht so stark oder vielleicht sogar gar nicht. Ein Rüde wird im Normalfall keinen anderen Rüden akzeptieren, auch Freundschaften bleiben meistens nicht mit anderen Rüden bestehen, wenn man zu spät oder gar nicht kastriert. Es gibt Leute die halten drei und vier Rüden, aber da ist keine Hündin dabei somit fällt da ein großer Stressfaktor weg. Wird der Rüde kastriert, hat man einen schönen, gut bemuskelten eindrucksvollen Rüden als Begleiter, der seine Familie sehr gut beschützen wird. 

Hündinnen bellen kaum, außer es besteht ein guter Grund, sonst sind sie eher ruhig.

Die Läufigkeit bei Hündinnen fällt sehr unspektakulär aus und  dauert gewöhnlich 21 Tage. Wenn die Hündin sehr reinlich ist, merkt man diese kaum, es sei denn, man besitzt auch einen Rüden oder hat einen Rüden in der Nachbarschaft, dann kann es schon etwas turbulenter her gehen. Ab dem 10. und dem 21. Tag ist die Hündin  fruchtbar und  sie wird genau wie der Rüde alles daran setzten den Kontakt zum Rüden her zustellen !!! 

Ich schreibe  da jetzt aus Erfahrung, wenn ich sage das sich Hündinnen so einiges einfallen lassen um beglückt zu werden. Von ausbrecherischen Künsten, Türen zerkratzen ,Fenster ausbauen bis über den Zaun springen usw. alles ist möglich. Das ist aber sicher nicht nur beim Catahoula so. Die Hündin kann man am besten nach der ersten oder zweiten Läufigkeit kastrieren, dann ist sie ein toller Begleiter der auch mit anderen Hunden sehr gut auskommt. Auch sonst ist eine Hündin ein toller Familienhund mit einer graziösen, eleganten, sicheren Erscheinung.

Hündinnen werden alle sechs Monate läufig.

                               

                                         Beschäftigung 

 

Wie bereits  erwähnt macht er am liebsten Nasenarbeit. 

Der Catahoula erfreut sich immer mehr Beliebtheit im Rettungshundesport genau so wie ihm das Flächensuchen, Mantrailing, Fährte ja sogar das Bettwanzensuchen Spaß macht. Eben alles was den Geist beschäftigt. Mein Rüde liebt es den Scooter zu ziehen, da geht er voll drin auf , das ist seins. Auch Versteckspiele liebt er. 

Frisbee, Agility  ja sogar in Obedience ist der Catahoula anzutreffen, letzteres eher selten aber doch. Der Catahoula ist kein Schäferhund den man auch als Befehlsempfänger bezeichnet. Da dieser alles immer und so oft es der Hundeführer verlangt ausführt um ihm zu gefallen, sieht das der Catahoula etwas anders, denn er macht nicht alles fünf, sechs mal hintereinander, nach dem zweiten oder mit Glück erst nach dem dritten mal, ist er der Meinung das es reicht.  Er sieht keinen Sinn dahinter eine bestimmte Übung öfter auszuführen wenn er es bereits korrekt ausgeführt hat. 

Der Catahoula ist für jeden Spaß zu haben und gerne überall mit dabei.  

Er liebt Wasser und alles was mit Aktion zu tun hat.

 

  In der Ruhe liegt die Kraft   

 

Wichtiger als die Aktion, ist das "runter kommen", das "zur Ruhe kommen" nach der Aktion !! Auf das wird leider sehr gerne bei der Erziehung vergessen.

Viele Catahoula Besitzer neigen dazu mit  dem jungen Hund viel zu unternehmen, ihn körperlich und geistig sehr zu fordern. Natürlich macht der Hund mit großer Begeisterung da mit und geht davon aus, dass dies auch immer so bleibt. Doch es gibt Zeiten da geht das halt nicht, sei es wegen Erkrankung oder beruflich, egal, wenn der Hund nicht gelernt hat, da es auch Tage ohne viel Aktion gibt, kann das schnell zum Problem werden. Die Hunde können eventuell mit Übersprungshandlungen auf für uns normale Situationen reagieren. Das bedeutet, dass sie zu zwicken anfangen, das manchmal  schon heftig werden kann. Wenn das der Fall ist und man den Auslöser kennt, kann man sich da sehr gut selber helfen und denm Hund eine Aufgabe stellen. Man gibt ihm zum Beispiel was ins Maul  mit dem er sich beschäftigen kann oder sucht sich Hilfe bei einen Trainer. Man muss ihn aus dieser Stresssituation wieder rausholen. Wenn das der Hund macht, dann ist er nicht bösartig, nein es ist eher ein Hilferuf .

Damit möchte ich sagen, dass der Hund das Abschalten , das "nichts tun", genau so lernen  muss, wie die Grundkommandos oder der Gleichen. 

 

Da der Catahoula in Österreich noch nicht so bekannt ist, sind oft auch so manche Hundetrainer überfordert, denn nicht jeder Catahoula ist mit Futter zu bestechen und Spielzeug ist auch nicht immer sehr interessant für die positive Bestätigung. 

Auch wenn man in manchen Rasseportrait liest, das Catahoulas keine Familien Hunde sind, kann ich dieses absolut nicht bestätigen !!  Vieler meiner Nachzuchten sind in Familien mit Kindern, auch zu Kleinkindern gezogen und alle sind nach wie vor mit den Hunden glücklich und zufrieden. Natürlich gehört der Hund gut erzogen und die Kinder müssen lernen die Ruhezone vom Hund zu beachten. 

 

Viele die sich Informationen über die Rasse über Google einholen, glauben dass der Hund ständig beschäftigt werden muss. Dem ist nicht so, man sollte in erster Linie wenn man sich einen Welpen vom Züchter holt, diesen in Ruhe ankommen lassen und nicht gleich in die Hundeschule mit zehn Wochen schleppen weil dort gerade die Welpen Schule anfängt. 

Das ist alles stress und das Immunsystem leidet sehr darunter. Man besorgt sich eine Box und alles was der Welpe so braucht und lässt ihn einfach mal sein neues Zuhause erkunden. Der Alltag sollte gleich weiter gehen, ohne großartig was zu verändern, denn ein junger Hund kommt damit leichter und schneller zurecht als ein eineinhalb jähriger der das dann auf einmal lernen muss. Sozialisierung, das bedeutet Kontakt zu fremden Hunden und anderen, wäre erst nach dem dritten Monat, also nach der zweiten Impfung  anzuraten, das senkt das Risiko zu erkranken. 

Keine Hunderasse ist perfekt, und das ist der Catahoula sicher auch nicht, trotzdem finde ich diese Rasse sehr toll mit allen positiven und negativen Seiten. Das Problem,das  diese Rasse hat, ist ihre Farbvielseitigkeit ,es gibt sie in wirklich allen Farben und das kann ihr zum Verhängnis werden. Jetzt hat man die Wahl gesunde Hunde zu züchten mit einen ruhigen, ausgeglichenen  Charakter( soweit sich das bei der Rasse machen lässt. Ich arbeite daran.) der einfach zu erziehen ist. Wo die Farbe nicht im Vordergrund steht!  Oder....man züchtet mit viel Farbe, Blue Merle, Patchwork, Tricolor, Red Merle mit blauen oder gar grünen Augen und was weiß ich alles, Hauptsache die Welpen gehen schnell weg , pfeif auf das Wesen. 

Da muss man sich wirklich beim Züchter gut Informieren und sich auch die Mutterhündin zeigen lassen und falls möglich auch den Vater der Welpen. Kann der Züchter die Mutter der Welpen nicht raus lassen weil sie keine Fremden mag, wäre das ein Grund für mich wieder zu gehen, denn ich möchte in Zukunft einen Hund haben, den ich nicht ständig wegsperren muss wenn ich Besuch bekomme. Die Eigenschaften wie auch der Charakter der Elterntiere können natürlich vererbt werden und  deshalb ist mir das Wesen sehr wichtig, und daher züchte ich nicht nach Farbe. 

Genau genommen ist der Louisiana Catahoula Leopard Dog in Österreich total fehl am Platzt, da er seine Funktion als Jagdhund für das Schwarzwild und den Waschbären nicht ausüben kann oder darf. 

Wobei er mittlerweile zum Nachsuchen bei der Jagd immer mehr Verwendung findet, ist es trotzdem für ihn nicht einfach hier Fuß zu fassen bei Leuten die ihn, und nicht nur seine Farbe sondern auch seine  Werte schätzen und zu  lieben wissen. 

Kurz zusammen gefasst, ist diese Rasse jede Mühe wert, wenn man weiß mit ihr umzugehen und sie wie jede andere Rasse gut erzieht. Konsequente Erziehung und genug Auslauf mit ein bisschen spielen und etwas Kopfarbeit und nicht zu vergessen das das Abschalten und "nichts tun". Das war es auch schon und das benötigt fast jede Rasse.

Viel Spaß hier 

Ist ihr Interesse geweckt worden, können Sie gerne meine Hunde  persönlich kennenlernen.

Bei weiteren Fragen, stehe ich gerne zur Verfügung